Samstag, 17. Oktober 2009

Platzki

Wenn es draussen dermassen stürmt und schneit, dass wir nicht einkaufen fahren wollen, machen wir Inventur im Keller und in der Speis - man glaubt nicht, was da alles zum Vorschein kommt, einige Mahlzeiten ergeben sich aus den Vorräten, heute beginnen wir mit den Platzki.

Verzeihung, Platzki ist wienerisch und hat - wie kann es anders sein - tschechischen Ursprung, nämlich "Placka" , und das wiederum heisst so etwas Ähnliches wie "Plätzchen", die man wiederum von "placenta"=Kuchen herleiten kann.


Also, das was wir Platzki nennen, bezeichnen unsere lieben Nachbarn als "Reiberdatschi" oder "Kartoffelpuffer". Die wenigen Zutaten haben wir zu Hause:

ca. 5 größere Erdäpfel
1 Ei
Salz, Pfeffer
1 Knofelzecherl
1/4 feingehackte Zwiebel
Mehl

Die rohen, geschälten Erdäpfel werden rasch in eine Schüssel gerieben, mit Knoblauch und Zwiebel, den Gewürzen und dem Ei vermengt. Das sollte rasch gehen, damit die Erdäpfel nicht braun werden. Ganz wenig Mehl, sodass die sich bildende Flüssigkeit gebunden wird.

In eine Pfanne mit heissem Butterschmalz, Schweineschmalz oder Öl werden mit dem Löffel Häufchen gesetzt, flach gedrückt, knusprig gebraten, gewendet und dann, nachdem man die Platzki auf Küchenpapier hat abtropfen lassen, sofort, heiss und knusprig serviert.

Manche essen sie so wie herauskommen, andere möchten Salat oder Senf oder sogar Apfelmus dazu.

Auf jeden Fall ist ein Bier nicht verkehrt.



Das obligate Lorbeerblattl auf der heissen Herdplatte vertreibt den Geruch!

Kommentare:

  1. Ohhhh lecker, da läuft einem ja das Wasser im Mund zusammen. Bei uns im Rheinland heißen die Rievkoche oder auf hochdeutsch Reibekuchen und man verzehrt sie klassisch mit Apfelmus oder elegant mit Räucherlachs und Kräuterquark... Verfressene Grüsse Myriam

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  2. Myriam, du bist ein Feinspitz, haben wir auch schon gemacht, passt aber nicht in das Konzept "Klostersuppe"
    Liebe Grüsse

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  3. Die mag auch kalt gerne essen. Danke für den Tip mit dem Blättchen, das ist echt neu. Den werde ich verbreiten!
    Sei lieb gegrüßt
    Kvelli

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  4. Kwelli: das mit dem Lorbeeblatt haben wir von Omi, die legte es immer schon auf die Herdplatte gegen den Kochgeruch.

    LG

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  5. ah, ich liebe diese Platzki! es ist sehr interessant, auf Rumaenisch haben wir dar wort "placinta" (Teiggerichte), aber diese nennen wir "chiftele". liebe Gruesse!

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  6. @Lara: ja, eure Sprache hat viel aus dem Lateinischen! Und die rumänische Küche haben wir als sehr gut kennengelernt!

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  7. Lorbeerblatt auf der Herdplatte? Hab ich noch nie gehört.
    Das legt man drauf, damit der intensive Bratgeruch neutralisiert wird?

    Meine Mutter hat immer zu mir gesagt, wenn ich nicht bald folge, dann gibt es ein paar Oplatzki. Damit war ein Klatsch auf den Po gemeint.

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  8. @ Entchen: das haben wir von unserer Omi - genau, Lorbeerblatt auf die Herdplatte, heutzutage auf die Kochplatte legen!
    Und ich habe gegoogelt:
    oplatzki Schläge, Prügel tsch: oplacat=tätscheln

    Liebe Grüsse

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  9. lustiger Beitrag und Kommentare.
    Ich habe mich gefreut, von dir wieder zu hören! bei uns in MÜnchen heißen die übrigens Reiberdatschi.

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  10. Huhu liebes Wiener Mädel,
    freut mich, dass Dir meine Wochenendeinwtimmmusik gefallen hat. Freu mich, wenn Du mich besuchst. LG und schönes Wochenende Myriam

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  11. Placentakucherln esse ich auch am liebsten ganz elitär mit Lachs. Wenn sie aus der Maronitonne kommen, gehts aber auch solo mit Salz. Auf jeden Fall immer ein feines Essen.

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  12. Ja, so hat jeder seine Vorlieben, aber Hauptsache, Erdäpfel sind drin!

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  13. hhmmm. Reiberdatschi liebe ich, mache ich aber sogut wie nie, wegen dem Fettgeruch. Wir haben keine Abzugshaube. Vielleicht sollte ich mich nochmal trauen und den Tip mit Lorbeerblatt versuchen.

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  14. platzki Aqui no Brasil, bolinhos de batatas. Meu bisavô( Joseph Pospisil), veio no de 1891 para o Brasil. Aqui todos gostam de platzki.

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Willkommen in der Kloster-/Haubenküche