Montag, 23. November 2009

God'nduft

Dies bedarf zuerst einmal einer Übersetzung und dann einer Erklärung: der Göd und die "God'n" sind bei uns die Firmpaten. Zur Bezeichnung "God'nduft" kam es, weil es bei der God'n am Sonntag Vormittag nach dieser Speise roch.


Und es handelt sich dabei um eine sehr deftige und ausgiebige Bauernspeise, die hier

G'sottenes Rindfleisch mit Griasknoon und Semmelkren

heisst und so zubereitet wird:

Rindfleisch zum Kochem (früher wurde die grobfasrige Qualität, die man nie aus dem Mund brachte, genommen) wie

Tafelspitz, Schulterscherzel , Mageres Meisel

wird auf die klassische Art zubereitet, indem wir Wasser zum Kochen bringen, das ungewürzte Fleisch einlegen, leicht wallend sieden lassen, den sich bildenden Schaum ständig abschöpfen, nach ca. 1/2 Stunden kommt das Wurzelwerk hinzu, langsam sieden, kann bis zu 3 Stunden dauern

Das gekochte Fleisch wird aus der Suppe genommen, in Scheiben geschnitten, gesalzen und mit Suppe bedeckt.

Die zurükgebliebene Suppe wird fertiggestellt, gesalzen, bei Bedarf mit Suppenpulver gestreckt.

Während der Kochzeit haben wir Zeit, den Semmelkren und die Knödel vorzubereiten:

Semmelkren:

2-3 altbackene Semmeln in Scheiben schneiden
mit 1/2 Liter Suppe übergiessen und aufkochen






breiartig verschlagen, salzen und mit frisch geriebenem Kren verrühren

Griessknödel:



50 dag Griess
12 dag Butterschmalz
etwas weniger als 3/4 Liter Wasser
Salz


Das Fett zum Sieden bringen, den leicht gesalzenen Griess damit überbrühen, dann das kochende Wasser daraufschütten und verrühren - es muss alles aufeinmal passen!





Wenn die Masse etwas abgekühlt ist Knödel formen und ca. 20 Minuten (bis sich der Knödel dreht, ist er gar) in siedenden Salzwasser zugedeckt langsam kochen.




ein Tellerchen in die Schüssel legen, damit die Knödel nicht im Abtropfwasser liegen!







So wird angerichtet:

Suppe mit Wurzelwerk und Griessknödel in den Teller geben



wenn die Suppe gegessen ist, wird das Rindfleisch mit dem Semmelkren im gleichen Teller serviert, dazu wird wieder ein Griessknödel gegessen, wenn ganz Hungrige bei Tisch sind, macht man noch gekochte Erdäpfel dazu

Die Zubereitung ist zeitaufwendig, jedoch werden von dieser Speise 8 Personen satt!

Samstag, 17. Oktober 2009

Platzki

Wenn es draussen dermassen stürmt und schneit, dass wir nicht einkaufen fahren wollen, machen wir Inventur im Keller und in der Speis - man glaubt nicht, was da alles zum Vorschein kommt, einige Mahlzeiten ergeben sich aus den Vorräten, heute beginnen wir mit den Platzki.

Verzeihung, Platzki ist wienerisch und hat - wie kann es anders sein - tschechischen Ursprung, nämlich "Placka" , und das wiederum heisst so etwas Ähnliches wie "Plätzchen", die man wiederum von "placenta"=Kuchen herleiten kann.


Also, das was wir Platzki nennen, bezeichnen unsere lieben Nachbarn als "Reiberdatschi" oder "Kartoffelpuffer". Die wenigen Zutaten haben wir zu Hause:

ca. 5 größere Erdäpfel
1 Ei
Salz, Pfeffer
1 Knofelzecherl
1/4 feingehackte Zwiebel
Mehl

Die rohen, geschälten Erdäpfel werden rasch in eine Schüssel gerieben, mit Knoblauch und Zwiebel, den Gewürzen und dem Ei vermengt. Das sollte rasch gehen, damit die Erdäpfel nicht braun werden. Ganz wenig Mehl, sodass die sich bildende Flüssigkeit gebunden wird.

In eine Pfanne mit heissem Butterschmalz, Schweineschmalz oder Öl werden mit dem Löffel Häufchen gesetzt, flach gedrückt, knusprig gebraten, gewendet und dann, nachdem man die Platzki auf Küchenpapier hat abtropfen lassen, sofort, heiss und knusprig serviert.

Manche essen sie so wie herauskommen, andere möchten Salat oder Senf oder sogar Apfelmus dazu.

Auf jeden Fall ist ein Bier nicht verkehrt.



Das obligate Lorbeerblattl auf der heissen Herdplatte vertreibt den Geruch!

Montag, 7. September 2009

Nicht schon wieder Zucchini

..und doch, ich habe es gewagt, heute nochmals Zucchini zu kochen - das etwas andere Cordon-bleu:

zwei Zucchini-Scheiben salzen, mit Salami und Räucherkäse belegen, panieren -
es wurde trotz Petersilerdäpfeln als Beilage und Salat davor zu wenig!!!!

Dienstag, 1. September 2009

Die Zucchini müssen weg !!!!!

Sie hat ein köstliches Rezept für Zucchinipuffer - wir haben sie nachgekocht, mit Feta - einfach super!

Aber wir haben noch immer Zucchini und deswegen und gab es heute Zucchini als Beilage in Scheiben geschnitten, in der Pfanne in gutem Olivenöl gebraten, Salz und Knoblauch dazu - die Fleischstückchen waren "Restln vom Festl" und haben auch so noch recht gut geschmeckt.

Zum Kaffee haben wir einen Zucchinikuchen





der blitzschnell fertig ist, gemacht.
Weil aber Nachschub unterwegs ist, gibt es noch Arbeit:


Im Winter freuen wir uns über den erfrischenden Salat

Dann machen wir noch einmal Zucchini-Cordon-bleu

(zwei Scheiben Zucchini mit Schinken und Käse füllen, wie ein Wiener Schnitzel panieren, herausbacken, Petersilerdäpfel dazu)

Dann haben wir für heuer genug von der grünen Frucht.

Montag, 31. August 2009

Zucchini Bandnudeln

Eigentlich hatten wir die heurige Zucchini-Ernte schon abgeschrieben, denn das feuchtkühle Wetter mag diese Pflanze gar nicht. Und wenn schon einmal eine Frucht zur Reife gelangte, passierte das:



Die letzten Augusttage haben das verändert und uns mit reicher Ernte beschenkt, da musste schnell etwas geschehen:




Unter anderem steht in unserem "Kochheftl" ein sommerliches Zucchinirezept, und das geht so:




Zucchini fein raspeln, in einem Topf mit 1/4 Liter Schlagobers, Suppenwürze, mediterranen Gewürzen und wenn möglich Kräutern aus dem Garten sowie Knoblauch zu einer sämigen Sauce eindicken lassen. Die Würzung soll kräftig sein, denn durch die Fettuccine wird die Sauce milder!

Daneben kochen wir die Nudeln, reichen z.B. Paradeissalat davor und richten an:

Sonntag, 19. Juli 2009

Hustensirup aus der Wiesenapotheke


wir pflücken :

250 g Spitzwegerichblätter

dann nehmen wir:

1,25 Liter Liter Wasser
1 Zitronenscheiben
1 TL Zitronensäure
1 kg Zucker (ich habe den Zucker durch Honig ersetzt)
250 g brauner Kandiszucker

und so geht es:

Die Spitzwegerichblätter waschen und grob schneiden. Wasser, Zitronenscheibe, Zitronensäure, Kandiszucker, Wegerichblätter zusammen aufkochen. Zugedeckt ca. 20-30 Minuten auf kleinstem Feuer ziehen lassen. Flüssigkeit durch ein Sieb, das mit einem Tuch ausgelegt ist, sieben und dabei die Masse etwas auspressen. Zucker zur Flüssigkeit geben und ca. 1 Stunde sanft einkochen, bis eine sirupartige Konsistenz erreicht wird. In gut getrocknete Gläser füllen. Lichtgeschützt aufbewahren.


Sonntag, 12. Juli 2009

Erdäpfel zum Angreifen

Erstmaliger Eigenbau in unserem Hochbeet, auf den wir besonders stolz sind (Hochlandsorte)

Sie haben viele Namen, was die Wiener als Erdapfel kennen, ist hier der Eschbohn (Erdbohne), weiter westlich natürlich Kartoffel, pomme de terre, aardappel, Krumpirn (Grundbirne), Krumpli, Erdbirne und sicher gibt es noch viele regionale Namen für die heißgeliebten Bramburi!
Dabei sind die Erdäpfel in Europa noch nicht so lange zu Hause.
Erst Maria Theresia und König Friedrich II. erkannten die Bedeutung der Erdäpfel für die hungernde Bevölkerung. Sie verpflichteten die Bauern Saatkartoffeln anzubauen. Und so kam es, daß die Erdäpfel in unseren Breiten zu einem Grundnahrungsmittel wurden.

Die "Erdäpfel zum Angreifen" sind ja kein richtiges Rezept aber eine weithin bekannte und beliebte Speise.

Wir nehmen dazu große "Runde" (das sind mehlige Erdäpfel), waschen und bürsten sie, halbieren sie der Länge nach, schlichten sie in einen Topf mit der angeschnittenen Seite nach oben, geben Wasser drauf, Salz dazu und kochen sie weich.


Die Schüssel mit den Erdäpfeln wird in die Mitte des Tisches gestellt, ebenso der Butterstriezel und der Milchkrug.
Jeder nimmt nun seinen Erdapfel mit der Hand, schält ihn selbst und nimmt Butter, Salz oder Kräutertopfen dazu.




Wir kennen niemanden, der das nicht mit großer Freude ißt!